DSA Kurzabenteuer und Exalted-Charisma benennen

Kollege Arkanil hat die Ergebnisse seiner Umfrage zu kurzen, ohne große Vorbereitung zu leitenden Abenteuern für DSA präsentiert. Offenbar sehnen sich viele Spieler nach solchen Abenteuern. Arkanils Vorschlag: in jeden 2. Aventurischen Boten ein entsprechendes 10-seitiges Abenteuer statt der oft sehr kleinteiligen, weniger interessanten inneraventurirschen Nachrichten. Finde ich gut, unterstütze ich. Seinen Beitrag findet ihr hier.

Wie würde er die Fähigkeit nennen?

Zudem kann dieser Tage eine übernatürliche Fähigkeit für Exalted, ein Charisma, von Kommentatoren auf der FB-Seite benannt werden. Mein Vorschlag lautet „Inceparable Friendship of the Six Legged“. Wenn ihr auch Exalted mögt – oder einfach noch irgendeinen schwulstigen Namen für eine Reitfähigkeit wisst -, postet doch hier.

Quelle: Arkanil, FB-Seite von Exalted

Myranor: Details zum Sterbenden Land und nächste Myr-Rezension

Es gibt neue Details zum zweiten Teil der Myranor-Kampagne in und um Xarxaron. Sie kostet 40,- €, umfasst 224 Seiten und erscheint am 15.01.2014. Etwas zu knapp für den Weihnachtsbaum. Vielleicht eignet sich dafür eher die Kurzgeschichtensammlung „Netz der Intrige„? Ich werde sie beizeigen hier rezensieren – vor Weihnachten, aber nicht unbedingt nächste Woche. Als Beweis folgendes Foto, dessen Qualität wohl jedem Profi die Schamestränen ins Gesicht treibt:

Cover Myranor „Netz der Intrige“

Info-Quelle: Orkenspalter TV Facebook-Seite

Roman-Rezension: Die Brücke der Vögel – Ein Meister-Li-Roman

Die Brücke der Vogel: Ein Meister-Li-Roman

Es gibt Bücher, die in aller Munde sind, die Bestsellerlisten belegen und als Filme ihren Weg auf die große Leinwand finden. Bekanntheit ist jedoch kein Qualitätsmerkmal. Dazu Goethe:

Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege.

Auf Empfehlung einer Freundin habe ich den Roman Die Brücke der Vogel: Ein Meister-Li-Roman gelesen. Kennt ihr nicht? Warum ihr ihn unbedingt lesen solltest, erfahrt ihr jetzt.

Die Brücke der Vögel – Ein Meister-Li-Roman

Cover des Romans

Autor: Barry Hughart

Seitenzahl: 301

Sprache: Original Englisch, ins Deutsche übersetzt

Preis: auf Amazon oder ebay ab 2,- €

 

Cover und Rückseite

Vorn zu sehen ist ein Fische rau f seinem kleinen Boot, drumherum eni grünes Muster. Schick. Rückseite erklärt, dass es ins alte China geht. Gefällt mir.

Mir sind das 4 von 5 Sternen wert.

 

Geschichte

Nummer Zehn der Ochse lebt in einem Dorf im China der sehr frühen Tang-Ära. Sein Name rührt von seiner Statur. Eines Tags sterben die Seidenraupen, Garant für das Einkommen der Dorfbewohner, und kurz darauf fallen die Kinder in einen dem Tod ähnelnden Schlaf. Nummer Zehn zieht los, um einen Weisen zu finden, der das Rätsel lösen und den Kindern helfen kann. Leider sind die Weisen nicht bereit, für das bisschen Geld der Dorfbewohner zu arbeiten. Der Einzige, der sich der Aufgabe, ist der bei ihrer ersten Begegnung verkatert auf dem Boden liegende Li.

Das erweist sich als Glücksfall, da sich herausstellt, dass die Kinder versehentlich einem Gift zu Opfer fielen. Um das Heilmittel zu bekommen, reisen Nummer Zehn und Meister Li kreuz und quer durch China. Dabei benutzt Meister Li seine listenreiche Schläue, um ihren Widersachern eins auszuwischen. Als möglichst spoilerfreies Beispiel sei folgende Szene genannt:

Im Haus eines reichen Mannes will Meister Li, dass der naive Ochse etwas von seinen Skrupeln verliert. Also gehen sie zusammen in das Schlafzimmer der Konkubine des Herrn, die droht, zu schreien, wenn sie nicht gehen. Li fordert Ochse auf, sich auszuziehen und der Konkubine näher zu kommen. Als gut erzogener Junge würde er natürlich nie einem Alten widersprechen. Als die Frau seinen nackten Körper sieht, flüstert sie ganz leise: „Hilfe.“

Die Hauptgeschichte weitet sich schließlich aus (gemäß dem Goethe-Zitat). Das Schicksal der Kinder verknüpft sich mit dem einer betrogenen Göttin, einem Tyrannen und den vielen kleinen Geschichten der Nebencharaktere. Dabei gilt, dass fast alle bedeutenden Personen später erneut auftauchen, was an eine gute Serie erinnert. Neben der Verzahnung von Haupt- und Nebenplots gefallen mir auch die Wendungen sehr gut. Es gibt immer wieder Überraschungen, die nie aufgesetzt wirken. Das ist hohe Kunst.

Für diese Mühe sind nicht weniger als 5 von 5 Sternen angemessen.

 

Figuren, Dialoge und Stil

Nummer Zehn ist ein kräftiger Bursche, ehrlich und aufrichtig. Meister Li dagegen als ehemaliger Berater eines Kaisers bringt eine raffinierte Schläue mit, die ihresgleichen sucht. Wer wissen, wie Geld mit einer Ziege und dem, was ihr hinten rauskommt, zu machen ist, sollte sich die betreffende Szene mehrfach durchlesen. Dabei ist Li niemals fies, sondern nimmt es nur denen, die eh genug haben, und genau wie Ochsen grundsympathisch.

Auch die Nebenfiguren überzeugen. Da ist z.B. ein Geizhals, der sich später zu einem hilfreichen Mitstreiter von Li und Ochse entwickelt – nachdem er sein ganzes Geld einer Frau geschenkt hat. Besagtes Weibsbild spielt denn auch eine entscheidende Rolle, zumal sich Ochse ebenfalls in sie verknallt. Dabei schafft es der Autor, dass die Figuren eine große Tiefe erreichen und gleichzeitig ihre Charakterfehler nicht negativ auffallen, sondern amüsant wirken.

Weder bei den Dialogen noch beim Stil gibt es etwas auszusetzen. Hier flutscht es einfach. In der Übersetzung aus dem Englischen sind mir auch keine Böcke aufgefallen, ich kenne aber das Original nicht. Die Kapitel sind gut eingeteilt und in der Regel in je 15 Minuten gelesen.

Dafür hagelt es erneut 5 von 5 Sternen.

 

Welt

Das Ganze spielt wie erwähnt in der frühen Tang-Ära (frühes 7. Jhd. n. Chr.). Allerdings ist es ein um bodenständige Fantasy-Elemente erweitertes Reich der Mitte. So gibt es hier Geister, verrückte Totengräber, die an Leichen Mittel für Wiederauferstehungs-Tränke ausprobieren (erfolglos), Weise, die mit einem Schlag Stürme hervorrufen. Diese Elemente sind sparsam eingesetzt und clever verknüpft mit realer Geschichte. Diese Mischung sagt mir außerordentlich zu. Daran könnten sich meinetwegen viele Autoren ein Beispiel nehmen.

Selbst mit der Lupe finde ich kein Weltdetail, dass mich stört, weshalb wieder 5 von 5 Sternen rausspringen.

 

Fazit

Ich habe bisher wenige Bücher auf diesem hohen Unterhaltungsniveau gelesen. Wer Fantasy mag, wird Meister Li und die Brücke der Vögel lieben. Und wer sie nicht mag, wird das Buch trotzdem mögen.

 

Bei 19 von 20 Sternen eine absolute Kaufempfehlung!

 

DSA-Kurzabenteuer?

Ob Tsa-Geweihte für kurze DSA-Abenteuer zahlen würden?

Bei Kollege Arkanil kam die Idee auf, ob es nicht lohnen würde, bei DSA auch kurze Abenteuer zu publizieren, die ohne großes Nachschlagen in Hintergrundbänden gemeistert werden können. Das wäre für Berüfstätige mit wenig Vorbereitungszeit einfacher. Der ursprüngliche Vorschlag sah 10 Seiten (daher der Arbeitstitel 10 DS = 10 Druckseiten) vor. Die Kommentatoren – z.B. ich – halten diese Festlegung für zu strickt. Ich würde außerdem nicht für ein Einzelabenteuer mit so geringem Umfang bezahlen. Ich kaufe mir eh fast nie Abenteuer, ist in meiner Gruppe unüblich. Da wird selbst geschrieben oder freie Abenteuer aus dem Netz geleitet.

Habt ihr eine Meinung dazu?

Roman-Rezension: Das Herz von Veridon

Rezension: Das Herz von Veridon

Es gibt in der Fantasy mehr als idyllische Hügellandschaften voller Hobbits und Ödnisse des Bösen. Das Untergenre des Steampunks ist alt – denkt nur an Jules Verne. Um meine bisherige Vernachlässigung dieser Richtung etwas aufzuholen, habe ich in meiner Stadtbib ein entsprechendes Buch rausgefischt und gelesen: „Das Herz von Veridon.“ Wie es mir gefallen hat, lest ihr hier.

Tim Akers: Das Herz von Veridon

Seitenzahl: 352

Sprache: Original Englisch, ins Deutsche übersetzt

Preis: eBook ab 11,99 €, gedruckt 12,99 €

 

Geschichte

Jacob Burn ist ein gescheiterter Pilot, der sein Geld mit Aufträgen wie Drogenübergabe für einen Gangsterboss verdient. Eines Tages, als er auf einem Luftschiff zurück in seine Heimatstadt Veridon reist, trifft er einen alten Bekannten. Von diesem erhält er ein besonderes Mechagen (Erklärung unten bei Welt). Dieses Wunderding wollen ihm fortan allerlei Mächte abnehmen, darunter Vertreter des Stadtrats und eine Art Engel. Dabei stößt er in einige Geheimnisse seiner Heimatstadt vor und entdeckt schließlich, dass es letztendlich um deren Existenz geht.

Die Geschichte wird gut erzählt, und es gibt einige Überraschungen und Wendungen. Als großer Schwachpunkt zeigt sich Jacobs Geschick, selbst großen Übermachten zu entkommen – obwohl er außer verdammt guter Heilung keine besonderen Kräfte besitzt. Tatsächlich besteht gefühlt die Hälfte des Buchs aus Fluchten vor irgendwelchen Angreifern. Bei der Buchlänge wiederholt sich das Spielchen zu oft. Da wirkt es umso erstaunlicher, wenn er doch mal gefangen wird.

Wegen der sich wiederholenden Fluchten vergebe ich 3 von 5 Sternen.

 

Figuren, Dialoge und Stil

Jacob ist ein entschlossener Typ, der auch mal volles Pfund aufs Maul gibt und keine Probleme hat, Leute zu erschießen. Trotzdem ist er kein skrupelloser Killer, sondern schlicht auf sein eigenes Überleben bedacht. Hilfe beim Überlebenskampf erhält er dabei von seiner Kontaktfrau Emily, die gleichzeitig als Prostituierte arbeitet – warum auch immer sie sich das als Kontaktfrau antut – und einem Techniker des Spinnenmenschenvolks, der mühelos an Wänden entlang kraxelt. Zu seinen Gegenspielern gehört ein offenbar ehemaliger Oberst, der bei einer Verfilmung des Stoffs treffend von Malcolm McDowell zu verkörpern wäre. Leider bleibt dieser Mistkerl recht blass, es wird wenig über ihn bekannt. Bei den andern Charakteren ist die Ausarbeitung besser gelungen. Allerdings sind darunter keine Ikonen, die unvergesslich bleiben.

Die Dialoge sind okay. Auch hier fehlt aber irgendwie die Zeile, die im Gedächtnis haftet. Es bleibt beim gehobenen Mittelmaß. Selbiges gilt für den Stil. Die Zeilen lassen sich leicht lesen, aber der eine, geniale Einfall fehlt. Zudem sind die ersten Kapitel deutlich länger, was es erschwert, sie auf einer halbstündigen Zugfahrt zu schaffen. Bei der Übersetzung aus dem englischen Original sind mir nur wenige Schnitzer wie „Kurzgewehr“ (vermutlich für Pumpgun) aufgefallen.

Dafür hagelt es 3 von 5 Sternen.

 

Welt

In Veridon, dass nicht zufällig Parallelen zum viktorianischen London aufweist, fischen die Priester der Maschinisten Artefakte aus dem Fluss. Daraus konnten sie einiges an Wissen gewinnen, was zur Entwicklung sogenannter Mechagene führte. Mit denen können Menschen Implantate eingesetzt werden, um z.B. geistig mit Maschinen zu verschmelzen. Dadurch lassen sich allerlei Steampunk-Elemente wie pferdelose Kutschen oder Luftschiffe realisieren. Am Rande angerissen wird die Welt außerhalb der großen Stadt, z.B. die Sehenswürdigkeiten, die das Luftschiff zu Beginn auf seiner Kreuzfahrt überfliegt. Wie es dabei möglich bleibt, dass der Allgemeinheit die Herkunft der Artefakte unbekannt ist, muss wohl am Einfluss der Maschinisten-Kirche liegen. Die verbietet sicher eine groß angelegte Erkundung des Fluss-Oberlaufs.

Abgesehen vom wie überrascht Veridon allerdings nicht damit, was mit der Technik realisiert wird. Da hätte ich mir mehr eigene Ideen gewünscht.

Trotzdem finde ich die Ansätze gut und lasse 4 von 5 Sternen rüber wachsen.

 

Fazit

Was halte ich von dem Buch? Es liest sich ganz flüssig und setzt die Anforderungen an das Subgenre gut um. Es fehlt jedoch das Besondere, die Prise Salz in der Suppe oder Oregano auf der Pizza, die aus einem guten ein sehr gutes Gericht werden lassen. So besteht kein zwanghaftes Verlangen, weiteres vom Autor zu lesen – allerdings auch keine Abscheu.

Am Ende bleiben 10 von 15 Sternen.

Late Nerd Show mit Infos von der Spiel! 2013

Mháire Stritter

Die Late Nerd Show hat in drei Videos ihre Eindrücke von der Messe Spiel! 2013 zusammen gefasst. Im Ersten findet Ihr die paar Neuheiten zu DSA, Splittermond und einigen kleineren Systemen. Das Zweite berichtet über Shadowrun, das neue Star Wars RPG und einige Kleinigkeiten. Das Letzte behandelt Cthulhu. Wie immer charmant moderiert von Mháire Stritter (wenn auch etwas wärmer angezogen als auf dem Foto) und Maskottchen Heinz.

Quelle: Orkenspalter TV