Mauern in DSA

Passend zum Thema Mauern des Karnevals der Rollenspielblogs im November werfe ich einen Blick auf die besonderen Mauern, die es bei DSA gab und gibt. Diese Liste enthält alle, die ich kenne, was kein Vollständigkeits-Anspruch ist. Zur besseren Übersicht werfe ich erst einen Blick auf reale Mauern mit Geschichte. Am Ende findet ihr ein paar einfache Abenteuer-Aufhänger.

 

Sinn und Zweck realer Mauern

Als trennende Bauwerke dienen sie der Abgrenzung. Dem Aufwand des Baus folgen Instandsetzung und Bemannung. Daher baut niemand eine Mauer, wenn er über andere Mittel verfügt, sich zu schützen. Sie sind oft Ausdruck einer gewissen Schwäche. Die Römer errichteten den Limes am Niederrhein erst nach der Niederlage, die ihnen Arminius beibrachte. Zugleich konnten sie so den Grenzverkehr besser kontrollieren. Auch die große Mauer in China war Resultat der Unmöglichkeit, die kargen Steppen nördlich des Reichs dauerhaft zu besetzen und so deren Einwohner zu kontrollieren oder zu vertreiben. Einen andern Zweck besaß die Berliner Mauer. Durch sie sollten die Einwohner der DDR von der Auswanderung in den wirtschaftlich blühenden Westen abgehalten werden.

Letztendlich zeigt sich an allen Beispielen die Schwäche des Konzeptes: Große Mauern sind imposant, aber nicht unüberwindlich. Weder die Germanen noch die Steppenvölker ließen sich dauerhaft abhalten. Die letzte kaiserliche Dynastie Chinas wurde gar von einem Steppenvolk begründet, dass wiederum die andern Steppenvölker unterwarf und schließlich ins Reich eingliederte: den Mandschu. Ermöglicht wurde dies durch innere Probleme, vor allem Machtkämpfe – bzw. im Fall Ostdeutschland die Unzulänglichkeiten des wirtschaftlich-politischen Systems namens Kommunismus.

 

Aventurische Mauern

Erbaut in alter Zeit zwischen der einzigen Lücke von Trollzacken und Schwarzer Sichel, nutzte das Mittelreich die Ogermauer zur Abwehr des 2. Zugs der Oger, der vorher Tobrien verheert hatte. Borbarads Nachfolgern diente sie als dämonisch pervertiertes Bollwerk gegen Rückeroberungsversuche des Mittelreichs. Zugleich hielt sie die Einwohner der Warunkei vom Auswandern ab. Die Große Mauer errichteten die alten Tulamiden von Baburin bis zum Perlenmeer. So wie einst mit Bastrabuns Bann, der sie vor den Echsen schützte, sollte diese Mauer sie gegen die Bosparaner retten. Wie die realen Vorbilder, gingen auch diese Bollwerke am Ende unter. Von der Ogermauer sind heute pervertierte Trümmer übrig, die eine Durchreise erschweren, von der Großen Mauer kaum noch was. Bastrabuns Bann sollte zwischenzeitlich gegen Borbarad rekonstruiert werden. Am Ende wurde er nicht eingesetzt.

 

Myranische Mauern

Myranor wird noch immer von einem großen Imperium dominiert, dass starke Anleihen beim antiken Rom besitzt. So wundert es nicht, dass es hier ebenfalls Bollwerke gibt. Anders als der Limes bestehen die meisten davon aus einer Kombination von Mauer und Hochstraße, auf der es sich bequem reisen lässt – angemessene Wartung vorausgesetzt. Die Größte stellt der Graue Orismani dar. Angesichts der Tatsache, dass die meisten myranischen Flüsse Orismani heißen, war die Namensgebung klug. Gen Norden schirmt sie das Land vor den Gefahren aus dem verfluchten Wald von Amaunath.

Auf der andern Seite des Großen Orismani zieht sich wiederum der Nordwall entlang der Nordgrenze Gathiaddas. Einst Straße und Schutz gegen die Mammutherden der Steppe, taugen die Reste heute kaum mehr zur Abgrenzung gegen die Ban’Bargui und ihre insektoiden Nutztiere. Zu groß sind die Breschen, deren Verteidigung schon einer starken Armee bedarf. Weiter westlich dagegen findet sich Lakias Mauer, die den einzigen Einfallsweg von Norden nach Lakiadda – Sparta mit Zwergen – versperrt. Sie ist die bisher einzige Befestigung, die nicht zugleich als Straße dient.

Am Rande erwähnt seien Überlegungen, in Harpalis mit einer Mauer entlang des Großen Orismani die heutige Westgrenze des Imperiums zu schützen. Da dies im Fall der Fälle wohl den Verlust einiger vorgelagerter Domänen bedeutet, ist der Plan umstritten.

 

Aufhänger für das Spiel

Im Spiel mag sich in den Überresten die eine oder andere Kostbarkeit oder Seltenheit finden. Vielleicht folgt manche Mauer einer Kraftlinie? Und wenn schon Bastrabuns Bann auch Magie enthielt, warum nicht später ebenso die Große Mauer? Oder der Graue Orismani? Doch auch die Reise auf oder entlang des Bauwerks bietet Stoff für Abenteuer. Klassisch dürfte die Verteidigung gegen einen Feind ausfallen. Eine Erneuerung dagegen kann schnell in Langeweile ausarten, wenn die Helden sich mit kleinteiliger Logistik rumschlagen sollen. Hier ist weniger mehr.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Brüten über neue Abenteuer.

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