Warum ich bei DSA-5 skeptisch bleibe

Am 23.11. gab es einen neuen Hangout zu den DSA-5-Plänen der Redaktion, nachzulesen hier. Nach etwas Zeit zum Verdauen gebe ich hier meine Meinung zu einigen Punkten wieder. Ich hoffe, sie interessiert.

Kleinere Abenteuer: Es gibt doch schon viele ABs mit weniger als 100 Seiten. Dies jetzt als Neuerung zu verkaufen, ist etwas unverschämt. Auch deckt nicht jedes davon einen großen Plot ab – wie auch bei dem Umfang selbiges sich nur schwer realisieren ließe. Etwas problematisch wird es, dem Anspruch gerecht zu werden, alle relevanten Informationen auf diesem Platz unter zu bringen. Eine Fasar-Beschreibung wird sich damit schwer tun. Zumal der folgende Punkt da ebenfalls reinspielt.

Mehr Regionales: Regionalspielhilfen sind schön und gut – aber in Maßen! Aventurien platzt jetzt schon vor Details. Wie soll das mit noch mehr RSHs aussehen? Auch die Idee, mehrere Ausrüstungsbände rauszubringen, halte ich – gelinde ausgedrückt – für bedenklich. Vor allem, wenn der jeweilige Seitenumfang größer als bei den bisherigen Anteilen in den bisherigen Bänden ausflallen soll. Muss ich als Meister bald auch noch den Unterschied zwischen thorwalscher und albernischer Lederrüstung kennen? Obwohl dieser sich nur in einem Punkt Unterschied im Rüstungsschutz zwischen linken und rechtem Arm ausdrücken mag?

Und warum sollen all jene, die in vielen Jahren die grüne Reihe der 4. Edition gesammelt haben, jetzt für teuer Geld neue Bände kaufen? Zumal sich am Hintergrund in den letzten 10 Jahren nicht so wahnsinnig viel getan hat.

Karten: Sie sollen nicht mehr den RSH beiliegen, sondern werden herein gedruckt und als Extras, auch in Form von pdfs, angeboten. Sie bilden dabei die verkleinerten Gebiete der RSH ab. Finde ich suboptimal. Da muss ich künftig bei Abenteuern, die in zwei oder drei RSH-Regionen liegen, ja soviele Bücher nebeneinander legen. Es sei denn, ich kaufe die großformatige Aventurien-Gesamtkarte.

Plot: Der Teil des Splitterdämmerungs-Plots, der sich um den Splitter von Agrimoth dreht, soll nicht als AB, sondern als Kurzgeschichte im aventurischen Boten aufgelöst werden. Weil der Autor es leider nicht schafft (Zeitgründe). Warum wird das Projekt nicht verschoben und einem andern Autor zugeteilt? Wo bleibt da die Geschichte zum Nachspielen?

 

Die wichtigste Frage…

…wird Ulisses am Ende doch beantworten müssen: Für wen soll DSA künftig angeboten werden? Für Sammler, die sich jedes Buch kaufen, auch wenn sie selbst keinen Nennwert davon haben? Für Simulations-Fanatiker, die jedes Kieselsteinchen mit eigenem Namen kennen wollen? Ich habe nichts gegen diese Gruppen, zähle aber nicht dazu. Daher würde mich dieser Ansatz stören.

Sollen die Regeln die Helden schwächer oder stärker machen? Exemplarisch nenne ich hier Zauberer: Sie können – nach aktuellem Regelstand – deutlich mehr AsP bereits als frisch gebackene Helden haben. Aber durch den niedrigeren End-TaW von 18 und die Einschneidungen bei spontanen Modifikationen – jede nur noch einmal pro Zauber, viele fragwürdige Boni wie Erleichterung von 2 für Verdopplung(!) der Kosten – sind sie weniger flexibel in der Anpassung seiner Magie.

Ich würde es begrüßen, mehr Freiheiten zu haben, eine eindeutige Linie erkennen und mehr mein eigenes Ding als SL und Spieler machen zu können. In Myranor geht das auch. Wenn DSA 5 dies nicht bietet – und so sieht es z.Z. aus – werde ich bei 4.1 bleiben. Oder nur noch andere Systeme spielen.

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